Gefüüühle

16Mrz06

Es wird mal wieder Zeit, den alten Philosophen raushängen zu lassen, denn ich war wieder einmal etwas hypothetisch🙂

Gefühle haben ist schon schwer genug, sie auch noch ausdrücken zu wollen ist schon fast unmenschlich.

ich

Ich komme mir natürlich jedesmal urst toll vor, wenn ich mit so Thesen um mich schmeiß; die dann allerdings einfach so im Raum stehen zu lassen, finde ich aber doch respektlos den Thesen und den Menschen, die sich mit den Thesen konfrontiert sehen, gegenüber, außerdem unprofessionell, langweilig und doof.
Deshalb nehme ich mir diesen Satz von gestern abend und versuche zu erläutern, wie ich auf sowas komme.


Wie unschwer am Komma zu erkennen ist, besteht diese These aus zwei Teilsätzen die in einer gewissen Relation hintereinander stehen. Der erste Teil, hoffe ich, trifft bei den meisten auf Zustimmung.
Nun, ich mache es mir hier tatsächlich etwas leicht: Die zwei Knackpunkte sind „Gefühle haben“ und dass das „schwer ist“, und ich setze als erstes einfach als gegeben voraus dass jeder, der in der Lage ist diesen Satz zu lesen, auch weiß was es bedeutet Gefühle zu haben. Es mag vielleicht Menschen geben die davon schon gehört haben, die Eigenschaft sich selbst aber nicht zuschreiben. Das ist aber nicht weiter wild; davon gehört zu haben reicht schon völlig aus, um mit der These arbeiten zu können.
Die Aussage, dass es schwer sei Gefühle zu haben, lässt sich nicht ganz so einfach abtun, indem ich sie bagatellisiere. Allerdings kommt mir die Natur des Wortes schwer hier zuhilfe. Schwer liegt immer im Auge des Betrachters. Schwer ist eine sehr subjektive Einschätzung. Deshalb brauche ich gar nicht erst versuchen, die Bedeutung des Wortes auf einen allgemeingültigen Nenner zu bringen. Was für einen Menschen schwer ist, fällt für einen zweiten kaum ins Gewicht und ist für einen anderen schlicht unmöglich. Ein Mensch wird mir ins Gesicht lächeln und sagen dass der erste Teilsatz für ihn vollkommen ohne Belang ist, weil er gar keine Gefühle hat, und eine „Schwere“ deshalb gar nicht messbar ist. Aber ein Mensch wird mir in seinen letzten Atemzügen die Richtigkeit dieser Aussage bestätigen, da er gerade unter der Last seiner Gefühle erdrückt wird. Und wenn mir das einer bestätigt, tut es auch noch ein zweiter und so weiter. Ich setze hier ebenfalls als bekannt voraus dass Menschen vollständig induzierbar sind.

Der zweite Teilsatz ist viel interessanter, wenn er sich auch vielleicht in weniger Worten abhandeln lässt.
Gefühlsausdrücke mögen eine allgegenwärtige Sache sein auf den ersten Blick: Menschen lachen, weinen, ziehen Fratzen, tanzen, fallen in Ohnmacht und was weiß ich, was nicht noch alles gemacht wird, um Gefühle auszudrücken. Allerdings sind das doch alles unkontrollierte, jedenfalls in ihrem Ursprung, Ausdrücke von Gefühlen; instinktives Verhalten, gesteuert vom vegetativem Nervensystem, also Verhalten das in ähnlicher Form auch bei Tieren zu beobachten ist. Als menschlich definiere ich in dieser These aber kontrolliertes, gewolltes Verhalten. Wer drauf steht mag das gerne Freien Willen nennen. Naja…
Der gewollte, meinetwegen auch überlegte Ausdruck von Gefühlen ist aber eine Sache, die keinem Menschen je in Perfektion gelungen ist – und wahrscheinlich auch nie gelingen wird. Wie soll auch ein Mensch mit seinen beschränkten Mitteln reproduzieren, was ein ganzer Batzen von Chemikalien in seinem äußerst komplizierten Nervensystem anrichtet? Ja, das ist eine rhetorische Frage. Ich weiß, ich hab’s nicht drauf. Dieser Ausdruck ist eines der vielen tollen Dinge, nach denen der Mensch strebt, auch wenn er wohl um die Unerreichbarkeit weiß. Und über dieses Streben sind bereits viele wundervolle Dinge entstanden: Musik, Gedichte, Filme, Bilder, etc. Doch erreicht wurde nie, was erstrebt war.

Als letztes möchte ich noch ein Beispiel für die schöne Unzulänglichkeit des Menschen geben. Eigentlich warte ich den ganzen Text lang schon auf dieses Beispiel, weil ich es mag.🙂
Ist es nicht oft so dass ein Mensch, überwältigt von Gefühlen sich wünscht diese zum Ausdruck zu bringen, sich letztendlich aber doch nicht zu helfen weiß und darüber einfach anfängt zu weinen?
Wunderschön, wenn man mich fragt. Ich mag Menschen!



2 Responses to “Gefüüühle”

  1. 1 philine

    der röttgar.neenee. bacino.

  2. das kannst du mir auch persönlich ins gesicht sagen!😉


Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: