Tageseindrücke – retrospektiv

15Nov07
  • Durchzumachen um viel zu früh am Morgen nach Stuttgart zu fahren zeugt von Schlaflosigkeit und dem Glauben daran dass mein eigenes Wohlbefinden zweitrangig ist.
  • Das Gefühl, meinen ersten Schnee, der mir immer schon wichtig war, auf der Autobahn zu erleben, lässt sich wegen durch Schlaflosigkeit induzierter Alexithymie nicht mehr in Worte fassen.
  • Mich nicht von dem jüngsten schwangeren Mädchen, das ich je kannte, verabschiedet zu haben, als man sich das letzte Mal sah, obwohl ich zweimal hätte Alles Gute wünschen können, fühlt sich trotz Alexithymie nicht gut an.

Am ersten Tag wurde ich gefragt, warum ich kein Lehrer bin, und ich antwortete wie immer, „weil ich Kinder hasse“, um mich an dem Schrecken auf ihren Gesichtern für fünf Achtelsekunden zu erfreuen, bevor ich ihnen ihren Zustand der Verarschtheit bewusst machte.

Nach drei Tagen mit ihnen bin ich überwältigt von der Tiefe meines Blickes in ihre jungen Leben, in denen ich eine Ewigkeit an Gutem fand, wo von außen sichtbar nur nach Bösem gestrebt wird.
Allerdings, mir wurde klar, ich bleibe lieber bei meinen Fortgeschritten-Erwachsenen, in deren Leben es genau andersherum ist; deren Ewigkeit aber, doG sei Dank, nicht mehr so lang ist, als dass sie noch einen spürbaren Einfluss auf die Welt haben könnte.

Und kein spürbarer Einfluss, lenkt einen auch mal nicht vom Wichtigen ab – auch ohne Alexithymie.

final view



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